Woher stammt der Spargel?
Ursprungsgebiete der Spargelpflanze sind vermutlich Süd-, Mittel- und Osteuropa sowie Vorder- und Mittelasien. Schon Ägypter, Griechen und Römer wussten die harntreibende und angeblich aphrodisierende Wirkung zu schätzen. Bereits um 3.000 vor Christus und früher ist der Anbau im Reich der Pharaonen belegt.
In der späten Antike war Spargel so begehrt, dass der römische Kaiser Diokletian während seiner Amtszeit 284-305 nach Christus eine Spargel-Höchstpreisverordnung erlassen haben soll. Hierzulande zeigen mittelalterliche Kräuterbücher Spargel hauptsächlich als Heilpflanze gegen Nierenleiden, was auf seine harntreibende Wirkung zurückzuführen ist. Über weitere Jahrhunderte hinweg wurde die Legende von der aphrodisierenden Wirkung des Spargels genährt. Moderne Untersuchungen konnten dies allerdings nicht bestätigen.
Grünspargel zunächst bevorzugt
Im 13. Jahrhundert sollen Kreuzfahrer Spargelsamen nach Mitteleuropa gebracht haben. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Spargel in Frankreich und England bereits weithin bekannt. In Deutschland sollen erste Spargelpflanzen um 1550 in Stuttgart angebaut worden sein, später auch auf den leichten Böden rund um Berlin. Bis zum 17. Jahrhundert war die Pflanze auch über Ländergrenzen hinaus bekannt. Zunächst wurde Grünspargel bevorzugt. Von Norddeutschland aus beginnend, setzte sich dann jedoch der Bleichspargel durch.
Der Siegeszug des Spargels und die Verfügbarkeit allerorts bekam im 19. Jahrhundert einen entscheidenden Impuls: die Erfindung der Konservierung. Um 1860, vom Fabrikanten und Kaufmann Gustav Grahe angeregt, entwickelte sich der Feldanbau im Raum Braunschweig. Grahe schloss erstmals Anbauverträge mit Gärtnern und Landwirten, die aufgrund des von ihm garantierten Absatzes Spargel in größeren Mengen erzeugten. Grahe konservierte diesen dann in seinen Fabriken.
Heute ist frischer Spargel von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. In Gläsern und Konserven ist er ganzjährig erhältlich. Tiefgekühlter Spargel hat sich beim Verbraucher bislang nicht durchgesetzt und spielt eine untergeordnete Rolle im Großverbraucherbereich und in Gemüsemischungen.
Quelle: www.was-wir-essen.de
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